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Meine Ausbildung zum SSI Tauchlehrer (ITC und IE)

Gepostet von: Felix Dziekan in: Tauch Blog am Nov 13, 2017
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Ich habe mich oft gefragt wie das wohl sein wird wenn ich endlich aufraffen kann den Instructor Training Course zu machen. Von vielen Leuten habe ich Dinge gehört wie: "Das sind ja dann nur 2 Wochen konzentriertes arbeiten und dann ist man Tauchlehrer". Ehrlich gesagt habe ich das auch geglaubt und gehofft. Ein paar E-Mails später war ich schon sehr ernüchtert.

Fast alle Basen bei denen ich nach einem ITC oder einem IDC (das ist die PADI Version) gefragt habe kamen mit einem Zeitplan von 2-4 Wochen. Nur 2 Wochen gab es eigentlich bei den wenigsten. Jetzt nachdem ich fertig bin kann ich sagen das mit der ganzen Theorie Vorbereitung, dem ganzen Microteaching und den Praxisübungen min. 3 Wochen durchaus Sinn machen.

Mein Tagesablauf während des ITC war jeden Tag in etwa derselbe. 

  1. Um 8:00 Uhr aufstehen, Haferflocken mit Milch und Zucker frühstücken.
  2. Zähne putzen, Sachen packen und ab in die Tauchschule
  3. Kurz vor 9:00 Uhr da sein und darauf warten das alle anderen Kunden weg sind
  4. Unterricht bis ca. 11:00 - 12:00 Uhr (Theorie oder Praxis)
  5. Mittagspause 1-2 Stunden
  6. Unterricht bis ca. 15:00 - 16:00 Uhr (Theorie oder Praxis)
  7. Abendessen 
  8. Heim und die Präsentation für den nächsten Tag vorbereiten
  9. Bisschen im Netz surfen und den Tag ausklingen lassen

Woche 1: Schwerpunkt Theorie

Die Theorie besteht aus 10 Kapiteln im Instructor Kurs Material, den SSI Standards und dem Open Water Instructor Manual. All das haben wir in endlos langen, langweiligen Stunden durchgekaut. Nach jedem zweiten Kapitel gab es eine Knowledge Review aus 25 Fragen Multiple Choice Fragen.

Nachmittags wurden dann Pool Briefings und das Präsentieren der einzelnen Skills geübt.

Woche 2: Schwerpunkt Pooltraining

In Woche 2 waren wir mit der Theorie weitestgehend fertig und hatten somit Zeit Präsentationen im Klassenzimmer zu üben, die Skills im Pool/Confined water (Offenes Wasser in dem poolähnliche Zustände herrschen) zu trainieren und die Poolbriefings zu vertiefen.

Da wir mit der Theorie ja schon (fast) fertig waren gab es jeden Tag einen Test aus 100 Multiple Choice Fragen. Die Fragen teilten sich auf in Fragen zu: 

  • Tauchphysik
  • Professionalität (wie habe ich mich wann zu verhalten)
  • Standards 

Klingt kompliziert, speziell der Physik Teil, aber man hat das ganze schon so oft gehört das die Fragen alle recht einfach zu beantworten sind. 

Die Präsentationen gehen jeweils 15 Minuten über ein vorgegebenes Thema aus dem Open Water oder dem Stress & Rescue Kurs. In Deutschland habe ich mir extrem schwer getan mit den Präsentationen, das war einfach nicht mein Ding. Mein DiveCon Ausbilder der Jörg von A-Dive hat mich da aber schon ganz gut angeleitet so das die 15 Minuten später kein Problem mehr waren.

Woche 3: Schwerpunkt Confined und Open Water Training

Obwohl die Theorie und Präsentationen schon fast alle erledigt waren mussten wir in der dritten Woche zur Wiederholung jeden Tag eine Präsentation vorbereiten und mindestens einen 100 Fragen Test über uns ergehen lassen. Der Focus lag allerdings auf dem trainieren von Pool und Confined Water Skills.

Es gibt 2 Arten wie die Skills durchgeführt werden. Im Pool bzw. Confined Water macht der Tauchlehrer den Skill vor und die Schüler machen nach.
Im Open Water zeigt der Tauchlehrer nur noch an welchen Skill er sehen möchte und die Schüler müssen diesen dann selbstständig ausführen. 

Bei den Poolskills geht es darum eine saubere Präsentation abzuliefern und die Fehler die die Schüler machen zu erkennen, zu korrigieren und im Debriefing anzusprechen. 

Im Open Water muss man dann "nur" noch die Fehler der Schüler erkennen, korrigieren und im Debriefing ansprechen. Hier wird mehr darauf geachtet wie der Tauchlehrer den Kurs organisiert und dass er die Schüler keiner Gefahr aussetzt. Eine Gefahr könnte z.B. sein dass ein Schüler bei einer Maskenübung Panik bekommt und versucht an die Oberfläche zu schießen. Aus 5 Metern kann das schon ein Problem werden und der Tauchlehrer muss hier eingreifen bevor etwas passiert d.h. er muss nahe genug beim Schüler sein. Ist er zu weit weg stellt das eine Gefahr da und man ist durchgefallen.

Woche 4:

Die Woche 4 war eigentlich überflüssig. Wir haben nur noch ein bisschen wiederholt, ein bisschen an unseren Präsentationstechniken gearbeitet, 100 Fragen Tests gemacht und darauf gewartet dass die Woche vorbei geht und der Prüfer auftaucht.

Die Prüfung:

Die Prüfung selbst läuft in 2 Tagen ab. Am ersten Tag wird man noch nicht einmal nass, am zweiten Tag geht man dann ins Wasser.

Die Aufgaben am ersten Tag: 

  • 100 Fragen Test bei dem man mindestens 90% schaffen muss.
  • 2 Präsentationen. 1x OWD 1x Stress und Rescue

Das alles war in 2-3 Stunden erledigt. 

Mein Tipp: Lasst euch die Fragen in Deutsch und Englisch geben. Der Englische Test hatte manchmal Sachen drin die im Deutschen anders gefragt waren, wenn ich mal nicht sicher war habe ich immer die Deutsche Antwort gewählt und mit 100% bestanden.

Die Aufgaben am zweiten Tag: 

  • 1x Pool/Confined water skill briefen, demonstrieren, abnehmen, Fehler der Schüler finden und debriefen
  • 2x Open Water Skills briefen, abnehmen, Fehler der Schüler finden und debriefen
  • 4 Skills präsentieren
  • Rescue Präsentation. Unresponsive Diver vom Boden an die Oberfläche und zum Strand schaffen

Ich war Candidate #1 und meine Aufgaben waren:

Meine Präsentationsthemen:

  • "Predive Briefing"
  • "Stress Stage 2: During the Dive"

Für die Präsentationen im Wasser hatte ich als Poolskill: 

  • BCD - Remove/Replace UW

und als Openwater Skills: 

  • Regulator Retrieval - Arm Sweep
  • Mask Clear Full

Kosten

Was wahrscheinlich einige jetzt interessiert ist was mich der Spaß gekostet hat. Es waren genau 26.522.500,00 Indonesische Rupia was etwa 1.682 Euro entspricht. Enthalten in dem Preis waren: 

  • Alle Gebühren für (Kurs/Prüfung/ etc. etc.)
  • Kosten für die Brevets
  • Kursmaterial
  • Unterkunft 
  • 2 extra Specialties
  • Moped für einen Monat

Gruß

Felix

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