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Die Grundlagen der Unterwasserfotografie

Gepostet von: Felix Dziekan | in: Tauch Blog | zuletzt geändert: Mar 28, 2018Tags:

In diesem ersten Teil meiner Serie über Unterwasserfotografie gehe ich auf ein paar grundsätzliche Dinge ein und gebe dir einen kleinen Ausblick auf die noch kommenden Kapitel. 

Das wird dich erwarten

Da mich bereits einige Leute nach dem einen oder anderen Tipp bzw. Trick zu dem Thema gefragt haben, dachte ich mir ich könnte doch eine kleine Serie über Unterwasserfotografie starten. Ich selbst bin zwar leider auch kein Profi, trotzdem möchte ich die Gelegenheit nutzen und mein Wissen sowie meine bisherigen Erfahrungen mit dir teilen. 

Ich fokussiere mich hierbei mehr auf den praktischen Teil der Unterwasserfotografie. Es ist zwar oft ganz nett die theoretischen Hintergründe zu dem einen oder anderen Vorgang bzw. Problem zu kennen aber am Ende sind es dann doch eher die praktischen Übungen und die Erfahrung die deine Fotos besser machen. Abgesehen davon habe ich von der ganzen Physik drumherum sowieso nur sehr wenig Ahnung.

Neben (hoffentlich) nützlichen Tipps und Tricks die sich direkt auf das Fotografieren unter Wasser beziehen, werde ich auch noch etwas auf die Technik eingehen - dazu aber später mehr.

Diese Serie richtet sich ganz klar an Einsteiger, Anfänger sowie etwas fortgeschrittenere und ambitionierte Amateure. Wenn du schon seit Jahren unter Wasser fotografierst wirst du wenig neue Erkenntnisse aus dieser Reihe ziehen, denke ich. Trotzdem würde ich mich freuen wenn du, als erfahrener Unterwasserfotograf, dabei bleibst und deine Meinung zu dem Thema in die Kommentare schreibst. Dadurch kannst du mithelfen diese ganze Serie noch informativer und nützlicher zu machen. 

Ich denke, dass ich diese Artikelserie irgendwann auch noch erweitern kann und werde. Zum Beispiel würde ich gerne ein extra Kapitel über Makrofotografie oder Unterwasserlandschaften schreiben, im Moment fehlt mir dazu aber leider die Zeit.

Da in dieser Serie zum Thema Unterwasserfotografie sehr viel Zeit und Arbeit steckt möchte ich dich bitten mich ein klein wenig zu unterstützen. Es kostet dich nichts, hilft und motiviert mich aber dazu weiterzumachen. Wenn dir der Artikel gefallen hat teile ihn einfach in deinen sozialen Medien, lass mir ein Like auf Facebook da oder schreibe einfach einen Kommentar. 

Das wird dich nicht erwarten

Ich habe auf Facebook in einigen Tauchergruppen gefragt was sich die Leute von dieser Serie wünschen würden. Als Antwort bekam ich Dinge wie "virtuelles Bild" oder "der Unterschied zwischen RAW und JPG". Auf diese Dinge gehe ich aber bewusst nicht ein. Genau wie z.B. ISO, Blende, Verschlusszeit, etc. sind das Themen die zwar relevant sein mögen aber nicht direkt mit der Unterwasserfotografie zu tun haben sondern eher allgemeiner Natur sind.

Dort wo es nötig ist spreche ich die entsprechenden Themen natürlich an aber besonders tief werde ich in die Materie nicht einsteigen. Zu Themen die die Fotografie im allgemeinen betreffen gibt es bereits extrem viel im Internet zu finden und ich denke es bringt keinen großen Mehrwert wenn ich hier noch mehr darüber schreibe (die Googlesuche nach "RAW JPG" liefert über 365.000 Suchergebnisse da dürfte alles wichtige bereits erklärt sein)

Los geht's

Nach dieser "kurzen" Einführung, starten wir jetzt direkt durch und legen mit den Basics los. Grundsätzlich kann man sagen, dass sich fotografieren unter Wasser nicht so sehr vom fotografieren über Wasser unterscheidet. Die Technik ist, im Prinzip, die gleiche nur anders verpackt. Blende Verschlusszeit und ISO spielen unter Wasser die selbe Rolle wie darüber.

Aus meiner Sicht unterscheidet sich die Unterwasserfotografie nur in drei wesentlichen Punkten von der "normalen" Fotografie. 

  1. Skills: Falls du nicht gerade mit einem Model im Pool bist musst du beim Fotografieren unter Wasser deutlich besser aufpassen damit du keinen Schaden an Flora, Fauna oder dir selbst anrichtest. 
  2. Ausrüstung: Unter Wasser Bilder zu machen ist deutlich aufwendiger und teurer als darüber. Du benötigst nämlich (noch) mehr Ausrüstung als über Wasser.
  3. Nachbearbeitung: Unter Wasser hast du beim Fotografieren nie genug Licht und deine Bilder brauchen meistens noch mehr Nachbearbeitung als an Land.

Da das Thema deutlich zu umfangreich für einen einzigen Blogpost ist gehe ich jetzt auf die einzelnen Punkte nur kurz ein und reise diese grob an. Später schreibe ich zu jedem Punkt noch einen ausführlicheren Blogpost. 

Dein taucherischen Skills

Das erste was ich leider ansprechen muss sind deinen Fähigkeiten als Taucher. Auch wenn ich an dieser Stelle etwas oberlehrerhaft klinge möchte ich dich doch bitten dir zu Herzen zu nehmen was ich hierzu zu sagen habe. Ich verspreche, dass ich versuche mich in den noch folgenden Kapiteln mit derartigen Belehrungen zurückzuhalten.

Leider sehe ich immer wieder, dass bereits Tauchanfäger meinen sie müssten unter Wasser filmen und fotografieren. Dazu kann ich nur eines sagen: Lass es! Ohne die entsprechende Taucherfahrung unter Wasser Aufnahmen zu machen ist nicht sehr schlau. Zum einen werden die Fotos nichts und zum anderen kann es passieren, dass du dich bei deiner Tauchgruppe, deinem Buddy oder deinem Guide schon unbeliebt machst bevor du überhaupt im Wasser bist. 

Taucher mit Kameras sind in manchen Tauchgruppen ohnehin nicht sehr gerne gesehen. Wenn die anderen dann auch noch mitbekommen, dass du mit der normalen Ausrüstung oder den Basic Skills schon Probleme hast und noch dazu eine Kamera mitschleppst wirst du ganz schnell zum roten Tuch.

Ganz unbegründet ist dieses Verhalten bzw. diese Vorurteile leider nicht. Aus meiner Erfahrung heraus treten, bei (Tauch)-Anfängern mit Kameras, nämlich immer wieder folgende Probleme auf:

  • die Leute verbrauchen zu viel Luft und der Tauchgang ist damit, für die gesamte Gruppe, dementsprechend kürzer (Stichwort: schwächster Taucher beendet den Tauchgang)
  • es entstehen Schäden in der Natur
  • die Gruppe wird aufgehalten

Neben den oben genannten Dingen kommen noch hinzu dass die Bilder dann auch noch oft mindestens eines der folgenden Probleme haben: 

  • die Videos / Fotos sind verwackelt, unscharf, über- oder unterbelichtet.
  • der Bildaufbau ist nicht sehr vorteilhaft
  • die Fotos haben einen sehr starken Blaustich

Warum ist dies so?

Um unter Wasser gute Aufnahmen machen zu können, benötigst du vor allen Dingen eines: Konzentration. Dies bedeutet, dass du deine Skills, wie die Tarierung halten oder die Maske ausblasen, aus dem FF beherrschen musst. 

Steigst du beispielsweise unkontrolliert auf oder ab, sobald du dich nicht mehr auf deine Tarierung konzentrierst, wird das Foto bzw. Video sowieso nichts. Die Aufnahme verwackelt und an einen guten Bildaufbau ist auch nicht zu denken.Außerdem kann es sehr leicht passieren, dass du Schaden an der Natur anrichtest, indem du beispielsweise ins Riff einschlägst und Korallen abbrichst.

Falls du vor lauter Fotografiererei deine Tiefengrenzen ungewollt unterschreitest, mit irgendwelchen giftigen Tieren in Kontakt kommst oder gar vergisst deinen Luftvorrat zu checken, kann es für dich sogar gefährlich werden.

Last but not least hab ich noch einen letzten kleinen Hinweis zu dem Thema: Durch den zusätzlichen Aufwand beim Filmen bzw. Fotografieren, wirst du wahrscheinlich noch deutlich mehr Luft brauchen als im Normalfall. Deine Tauchgänge werden dadurch also kürzer.

Mein Appell an dich: Lerne erst richtig tauchen und gehe dann Filmen und Fotografieren. Hier findest du ein paar Tipps wie du durch aktiven Umweltschutz zu einem besseren Taucher wirst.

So geht es besser

Ich kann sehr gut verstehen, dass du schöne Urlaubserinnerungen mit nach Hause nehmen möchtest, speziell wenn du dafür schon um die halbe Welt geflogen bist. Deshalb habe ich noch ein paar kleine Tipps für dich wie du ein besserer Taucher und damit auch ein besserer Unterwasserfotograf wirst: 

  • gehe daheim tauchen, auch wenn es nicht so schön ist - Übung macht den Meister
  • besuche einen Tarierkurs in deiner lokalen Tauchschule
  • tauche mit deiner eigenen (gewohnten) Ausrüstung
  • drille deine Skills wenn du länger nicht mehr im Wasser warst

Die Ausrüstung für die Unterwasserfotografie

Sollte ich dich bis hierher noch nicht vergrault haben: Glückwunsch. Jetzt komme ich nämlich zu den coolen Sache: Der Ausrüstung. Auch hier gibt es aber erstmal nur einen kurzen Überblick. Auf die Details zum Thema Unterwasserkamera und Ausrüstung gehe ich nochmal in einem extra Blogpost ein. 

Die Kamera

Normalerweise kannst du, zum Fotografieren unter Wasser, eine handelsübliche Kamera mit einem Unterwassergehäuse verwenden. Dabei ist es egal ob du eine Digicam, ein Bridgekamera oder eine professionelle DSLR besitzt.

Leider gibt es aber nicht für jeden Fotoaparat auch ein passendes Tauchgehäuse. Für den Fall, dass du dir eine neue Kamera anschaffen möchtest solltest du deshalb darauf achten, dass es für dein Kameramodel auch wirklich ein passendes Unterwassergehäuse gibt. 

Die Unterwassergehäuse

Es gibt zwei unterschiedliche Arten von Gehäusen. Erstens, Gehäuse aus hartem Material die speziell für ein bestimmtes Kameramodell (z.B. Nikon D7200) angefertigt wurden oder zweitens, wasserdichte Plastiktüten in die verschiedene Kameras passen.

Wenn du die Wahl und das Budget hast, solltest du immer zu einem richtigen Gehäuse statt einer Hülle aus flexiblem Plastik greifen. Hier sind ein paar gute Gründe dafür: 

  • Die Bilder werden, durch die speziell für deine Kamera angepassten Ports, besser
  • die Bedienung ist einfacher
  • dein teurer Fotoapparat ist besser geschützt als in einer Plastikhülle

Hinzu kommt, dass du an ein solches Gehäuse auch Dinge wie einen externen Blitz oder einen Handgriff anbringen kannst. Mit einem richtigen Unterwassergehäuse sind meistens auch deutlich größere Tauchtiefen möglich als mit einer von diesen Plastikhüllen.

Der dicke Nachteil eines solchen Gehäuses ist der Preis. Tauchgehäuse für Kameras sind leider sehr sehr teuer.

Falls du mit einer DSLR fotografieren möchtest kommt noch dazu, dass du für jedes Objektiv welches du verwendest, einen extra Port brauchst. Ich werden in dem Post über die Ausrüstung genauer darauf eingehen was ein Port ist und warum du eigentlich für jede Linse den richtigen Port benötigst. 

Einige Actioncams wie z.B. die GoPro Hero oder die Action Pro bringen zwar von Haus aus ein wasserdichtes Gehäuse mit haben dafür aber andere Problem. Zu dem Thema Actioncams schreibe ich aber später noch ein paar Worte.

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Wasserdichte Kameras

Mittlerweile wird der Markt auch mit wasserdichten Digicams geradezu überschwemmt. Diese eignen sich aber nicht wirklich zum Fotografieren unter Wasser. Viele sind nur bis zu einer sehr geringen Tiefe dicht und auch eher dafür gedacht Schnappschüsse beim Schnorcheln zu machen.

Licht und Nachbearbeitung

Kommen wir zum letzen Punkt auf der Liste: das Licht und die Nachbearbeitung. Wasser filtert einfallendes Sonnenlicht. Je tiefer du tauchst, desto dunkler und blauer wird alles.

Bis zu einer gewissen Tiefe kannst du eventuell noch mit einem Rotfilter gegensteuern, damit ist aber auch irgendwann Schluss. Ab da musst du dir dann am besten ein künstliches Licht mitnehmen. Dies bedeutet du solltest entweder einen Blitz oder eine Lampe dabei haben.

Selbst mit der besten Ausrüstung sind die Bedingungen unter Wasser aber oft nicht optimal zum fotografieren. Damit kommen wir auch direkt zu einem weitere wichtigen Thema: das nachbearbeiten deiner Fotos. Am häufigsten wirst du wohl damit beschäftigt sein störende Schwebeteilchen aus dem Bild zu entfernen oder dem Bild einen natürlicheren Farblook zu verpassen. Auch hierzu werde ich noch einen Blogpost schreiben.

Was kommt noch?

Phu, das klingt bisher alles ganz schön aufwendig oder? Leider ist es das auch! Aber du wirst sehen - es lohnt sich. Die Lernkurve bei der Sache ist sehr steil und du wirst schon sehr bald atemberaubende Bilder machen können die alle beeindrucken. Um dich dabei zu unterstützen arbeite ich im Moment noch an folgenden Themen.

Ausrüstung

Ich habe die Ausrüstung hier ja bereits kurz angeschnitten aber ich möchte noch detaillierter auf Auswahl, Pflege, Zubehör usw. eingehen. Da das Thema sehr umfangreich ist habe ich gleich drei ganze Posts daraus gemacht.

Licht und Blitz

Hier dreht sich alles darum wie du deine Fotos richtig ausleuchten kannst und wie du die knackigen Farben unter Wasser rauskitzelst. Ich zeige dir welche Technik verfügbar ist, gebe dir ein paar Tipps zur Anschaffung eines Unterwasserblitzes und auch ein paar praktische Tipps zum Blitzeinsatz. 

Fotografieren und Filmen

In diesen Posts werde ich ein klein wenig auf Techniken eingehen und dir erklären wie du z.B. ein Objekt so Fotografierst dass es gegenüber dem Hintergrund freigestellt ist und dir Tipps zum Bildaufbau geben.

Nachbearbeitung

Wie bereits erwähnt ist es oft nötig deine Fotografien nachzubearbeiten. In diesen Kapiteln zeige ich dir welche Software und Tools es dafür gibt, wie du deine Fotos verwaltest und gebe auch eine kurze Einführung in das Thema GIMP mit praktischen Beispielen.

Tipps und Tricks

Schlussendlich sammle ich hier alle Tipps und Tricks zum Thema Unterwasserfotografie die ich kenne. 

Falls du möchtest das ich auf ein Thema genauer eingehe oder dass ich zusätzliches Thema aufnehme schreib mir doch einfach eine Nachricht oder lass hier einen Kommentar da.

Gruß

Felix


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